Viele Fußballvereine, natürlich auch beide Wiener Großklubs werden sich jetzt und nach der Coronazeit neu aufstellen müssen. Das heißt neue Prioritäten zu setzen, innovative und nachhaltige Entscheidungen zu treffen … und das bedeutet letztlich auch die Chance zu haben, Neues anzugehen und auszuprobieren.

Woran ist es in den letzten Jahren gescheitert, dass beide Wiener Großklubs nicht an frühere Erfolge anknüpfen konnten?

Es gibt dafür sicherlich nicht den EINEN Grund … viele kleine Aspekte tragen dazu bei, Unternehmen und auch Fußballvereine erfolgreich zu führen … ist es tasächlich das im Vergleich zum übermächtigen Salzburger Konkurrenten fehlende Kleingeld? Das wird in Zukunft wahrscheinlich noch mehr fehlen! Oder wäre vielleicht doch viel mehr möglich, wenn man innovativer denkt und so aus den geringeren finanziellen Mitteln vielleicht mehr rausholt als man denkt?

Meine These:

Ja es wäre viel mehr möglich … was fehlt ist Mut, ein klarer Plan und eine grundlegende Linie und Ausrichtung in der Ausbildung und Entwicklung von SpielerInnen und TrainerInnen.

Was kennzeichnet erfolgreiche Vereins-, Ausbildungs- und Entwicklungsarbeit?

Es gibt viele Wege zum Erfolg, wichtig ist, sich für einen zu entscheiden! … das eine oder andere Mal auch stehen zu bleiben, ein paar Schritte zurück zu machen, oder auch Umwege zu gehen ist dabei möglicherweise notwendig, um Ziele zu erreichen … dazu bedarf es jedoch regelmäßger Selbstreflexion und einer ehrlichen Überprüfung dessen was funktioniert und was eben nicht funktioniert.

Dazu braucht es aus meiner Sicht u.a.

  • eine Vision, eine Idee und einen klaren Planwofür wir als Verein stehen wollen
  • die notwendigen strukturellen Rahmenbedingungen
  • die Überzeugung, die vorhandenen Mittel und Ressourcen sinnvoll, zielgerichtet und vor allem prioritätenorientiert einzusetzen
  • die Bereitschaft aller sich immer wieder aus der Komfortzone zu bewegen
  • in der Umsetzung loyal handelnde Personen, die Ideen und Inhalte konsequent und ohne persönliche Eitelkeiten umsetzen

Ausbildung und Entwicklung von SpielerInnen und TrainerInnen– eine Vision

„30 % sind Talent, 40 % sind Training und 30% sind mentale Stärke!“

In der Ausbildung und Entwicklung von SpielerInnen und TrainerInnen geht es in erster Linie um Menschen.

SpielerInnen und TrainerInnen werden neben der sportlichen, athletischen und fachlichen Ausbildung vereinsintern dabei begleitet und unterstützt, eine stabile und gesunde SpielerInnen – oder TrainerInnen-Persönlichkeit zu entwickeln und sich hilfreiche Strategien für herausfordernde und schwierige Situationen anzueignen. SpielerInnen sehen den Verein wieder als mögliches Sprungbrett für ihre Karriere. Als Verein, den sie sich ganz gezielt aussuchen, um sich positiv zu entwickeln. Arrivierte, erfahrene Spielerinnen und TrainerInnen werden sich so als Führungspersönlichkeiten weiterentwickeln und in schwierigen Situationen auf ihre Erfahrungen zurückgreifen und junge SpielerInnen bei ihrer Entwicklung unterstützen.

In der Persönlichkeitsentwicklung geht es nicht um eine pauschale Betrachtung, sondern um das individuelle Eingehen auf die einzelne SpielerIn, TrainerIn, den Menschen. Das schafft Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen.

Was hindert Vereine daran, Ideen und individuell angepasste Entwicklungsprogramme für SpielerInnen und TrainerInnen zu entwickeln?

Was hindert sie daran vielseitig auszubilden, regelmäßig als Expertenteam (sportliche Leitung, Trainerteam, Athletikteam, Physioteam, Mentalteam) zu überprüfen, in welchen Entwicklungsstadien SpielerInnen und TrainerInnen stehen und Ihnen daraus ableitend das anzubieten, was individuell gerade und auch perspektivisch (sportlich, athletisch, taktisch, mental) gebraucht wird?

Kostet das alles wirklich so viel Geld, oder ist das auch mit den vorhandenen Mitteln umsetzbar?

SpielerInnen, Jungen wie Arrivierten, sollte es vereinsintern neben dem sportlichen Training ermöglicht werden, sich regelmäßig selbst zu reflektieren und sich mit sportlichen und auch ausbildungstechnischen Erfolgen und Erlebnissen auseinanderzusetzen.

Es soll dafür gesorgt werden, Erfolge zu genießen und richtig einzuordnen, sich nach anstrengenden Phasen und Momenten gut zu regenerieren und sich in schwierigen Momenten (sportlich und privat) mit jemanden auszutauschen, um daraus kreative Lösungen zu finden, gut und erfolgreich damit umzugehen.

Es liegt an den Einzelnen, wie diese Themen angenommen werden und wie jede(r) für sich damit arbeitet und die Erkenntnisse für die persönliche Entfaltung und Entwicklung bestmöglich nutzt.

Letztendlich können diese Angebote und Faktoren die entscheidenden Antreiber und Motivatoren sein, um SpielerInnen und TrainerInnen für den Verein zu gewinnen und an den Verein zu binden.

Vielleicht würden sie dann alle ihren Job gerne tun, auch für weniger Kohle als es z.B. beim Ligagiganten aus Salzburg gibt?!

Neben all dem sportlichen, taktischen, athletischen und trainerfachlichen Training geht es nämlich schlussendlich darum, sich auf dem Platz und auch abseits des Platzes wohl zu fühlen, dem Druck und den Anforderungen gut gewachsen zu sein und darauf aufbauend seine Leistung bewusster und mit mehr Freude abzurufen.

Neben einer monitären Motivation ist es aus meiner Erfahrung ein wesentlicher menschlicher Antrieb sich als SpielerIn, TrainerIn und Mensch immer (weiter) zu entfalten und zu entwickeln.

Das heißt, ein gutes Klima, eine fruchtende Atmosphäre und ständige Selbstreflexion sind die Grundpfeiler des Erfolges … sich regelmäßig zu reflektieren, was ist und war positiv, was habe ich zum Ganzen beigetragen, wo will und kann ich mich noch weiter verbessern

Das ist der Schlüssel zum persönlichen, aber auch zum Mannschafts- und Vereinserfolg.

Fazit:

Vielleicht sind das, neben einigen anderen wichtigen Aspekten, die fehlenden Puzzlestücke für den seit vielen Jahren ausbleibenden Erfolg zweier großer Wiener Traditionsvereine …

Infos und Kontakt:

Klaus Kroboth / Persönlichkeits & Teamentwicklung – Be Unique

+43 664 1256442 / office@klaus-kroboth.com / http://www.klaus-kroboth.com