Der SK Rapid ist aktuell auf der Suche nach einem neuen Präsidium … dazu gibt es zwei Listen, die ihre Konzepte nun offengelegt haben … unter anderem sollen bei einer Liste künftig ehemalige Fußball- und Sportgrößen als geballte Sportkompetenz im Präsidium sitzen und beratend tätig sein …

… da drängt sich bei mir die Frage auf …

Was ist geballte Sportkompetenz?

Was qualifiziert mich dazu, als kompetente Sportpersönlichkeit zu gelten und für diese Funktion geeignet zu sein? …

… nun ja, vorweg mein großer Respekt … vor SportlerInnen, die eine jahrelange erfolgreiche Karriere hingelegt haben, viele Erfolge gefeiert haben und dabei auch einiges an Erfahrungen sammeln konnten … was sie davon jedoch nach dem Ende ihrer Karriere dazu befähigt Funktionen und Aufgaben zu übernehmen, hängt doch in erster Linie mit den Anforderungen zusammen, die an diese Stelle gestellt werden? …

… welche Anforderungen wären das nun im Falle einer Beratertätigkeit in einer Präsidiumsfunktion eines Fußballvereins z.B.? … reicht es aus, eine gute und erfolgreiche SportlerIn gewesen zu sein, um auf die Bewerberliste zu kommen, oder sollten neben der offensichtlich, sportlichen (fachlichen) Kompetenz nicht doch ein paar wesentlichere Kompetenzen und Fähigkeiten näher beleuchtet werden? …

… eine ähnliche Debatte wird immer wieder auch darüber geführt, ob es denn ausreicht ein verdienter und erfolgreicher Fußballer gewesen zu sein, um danach auch ein erfolgreicher Trainer werden zu können …

… in beiden Fällen ist die Antwort für mich sehr klar … NEIN, das reicht leider nicht aus! …

… die Erfahrungen als erfolgreiche SportlerIn können ein Vorteil und ein reicher Schatz sein … denn Erfahrungen sind gut, wenn daraus die richtigen Lerneffekte gezogen werden … aber als Trainer oder Berater sind viele notwendige und zusätzliche Fähigkeiten und Kompetenzen gefragt …

Wie sieht es denn mit den sozialen Kompetenzen aus?

Die Fähigkeit und Bereitschaft auf KollegInnen/MitarbeiterInnen einzugehen, zu kommunizieren, zu motivieren und zu kooperieren … die Fähigkeit, Prozesse und Abläufe beeinflussen und steuern zu können … Integrations- und Teamfähigkeit sowie Einfühlungsvermögen, aber auch Durchsetzungsvermögen und die Fähigkeit mit Widersprüchen und Konflikten gut umgehen zu können …

Wie sieht es denn mit den Methodenkompetenzen aus?

Die Fähigkeit zur Moderation (Visualisierung), Präsentation und klarer Gesprächsführung, das Kennen von Methoden des Selbstmanagements & der Arbeitsorgansiation, den Umgang mit Projektmanagementtools …


Wie sieht es denn mit den persönlichen Kompetenzen aus?

Dazu zählen z.B. Auftreten, Erscheinungsbild, Ausdrucksvermögen, Intuition, Charisma, etc. …

In einer Berater- und/oder Managementfunktion bedarf es also in erster Linie der Fähigkeit, zu leiten, Dinge zu bewerten, zu entscheiden, sowie zu steuern … die Dinge differenzierter und aus mehreren Perspektiven zu betrachten, strategisch zu arbeiten und sich selbst und andere gut zu managen … strukturiert und überlegt in der Herangehensweise zu sein, viele Interessen und Positionen unter einen Hut zu bringen und darauf aufbauend klare Entscheidungen zu treffen …

… dazu reicht es nunmal nicht aus, einmal eine erfolgreiche SportlerIn gewesen zu sein … ich denke, es braucht mehr als nur einen bekannten Namen, um Funktionen und Aufgaben im Beratungs & Managementbereich wahrzunehmen und professionell gut auszuführen … vielleicht sollten sich Entscheidungsträger in Fußballvereinen darüber Gedanken machen, Positionen öfter mal nach den oben beschriebenen Kriterien und nicht nach blendenden Namen und Legendenstatus zu vergeben …

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Klaus Kroboth – Persönlichkeits & Teamentwicklung – Be Unique

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