… eine gute Frage denke ich … nachdem es weiterhin keine Planungssicherheit, viel Unsicherheit und Unklarheit gibt, wie es künftig in allen Bereichen (Profi- Amateur- und Nachwuchs) weitergehen wird und auch kann.

Zwar wurden lobenswerterweise Lösungen und Pakete erarbeitet und geschnürt, um zunächst mal den Profifußball in Österreich „am Leben zu erhalten“ und eine Fortführung der Meisterschaft zu sichern, doch was bedeutet das mittel- und langfristig und für die Zukunft des ganzen Fußballs?

KONSEQUENZEN + AUSWIRKUNGEN

Können Vereine nach dem ersten Übertauchen der Krise ihre wirtschaftlichen Mittel halten, oder gibt es aufgrund „schwächelnder“ Wirtschaft doch zu befürchtende einschneidende finanzielle Maßnahmen und Auswirkungen?

Ist der Profifußball in Österreich in dieser Form weiterhin aufrecht zu erhalten, oder braucht es hier neue Wege, ein völlig neues Denken und Ideen über den Tellerrand hinaus ?

Viele Fragen, für die es aktuell noch keine konkreten Antworten gibt, die jedoch aus meiner Sicht in den nächsten Wochen und Monaten durchaus zu stellen sind …

BLICKWINKEL FRAUENFUSSBALL

Ich möchte dazu gar nicht so sehr die aktuelle Fußball-Profilandschaft in Österreich betrachten, auch da wird es möglicherweise ein Umdenken und Neudenken benötigen.

Ich möchte mögliche Szenarien aus dem Blickwinkel des Frauenfußballs betrachten, zu dem ich in den letzten Monaten einen intensiveren Einblick in die Strukturen, Abläufe und die praktische Arbeit gewinnen durfte. Mich beeindruckt dabei, mit welcher Authentizität, Leidenschaft und Ehrlichkeit dort noch Fußball gesehen und gelebt wird.

Der FK Austria Wien betreibt in Kooperation mit dem USC Landhaus die Sektion Frauenfußball. Hier waren und sind in den letzten Wochen viele Spielerinnen, TrainerInnen und BetreuerInnen fast täglich, auch in der spiel- und trainingsfreien Zeit, mit enormen Einsatz und Eifer dabei, das Fußball-Leben aufrecht zu erhalten.

Mit einem hohem professionellen Anspruch wird hier alles versucht, den Mädchen und Frauen die bestmögliche Ausbildung im fußballerischen, athletischen, medizinischen und mentalen Bereich zu bieten.

ALLE Beteiligten tun dies ehrenamtlich, gegen geringe Aufwandsentschädigungen, aber mit enormen Einsatz, Leidenschaft und hoher Professionalität!

Der Aufwand der hier im Team und im ganzen Staff betrieben (vielleicht auch erwartet?) wird, gleicht annähernd dem eines Profibetriebs, die strukturellen und wirtschaftlichen Möglichkeiten und Rahmenbedingungen sind jedoch nach wie vor mit einem Amateurbetrieb vergleichbar.

ANERKENNUNG + WERTSCHÄTZUNG

In meiner Wahrnehmung wird der Frauenfußball in Österreich trotz der Erfolge des Frauen-Nationalteams nach wie vor sehr stiefmütterlich behandelt. Sowohl was die Anerkennung und Wertschätzung betrifft, als auch was die strukturellen und wirtschaftlichen Möglichkeiten und Rahmenbedingungen betrifft.

Ich habe leider auch nicht den Eindruck gewonnen, dass die praktische, tagtägliche Arbeit tatsächlich wahrgenommen wird, das gesehen wird, was hier trotz der geringen Mitteln und Möglichkeiten an professioneller inhaltlicher Arbeit geleistet wird.

Augenscheinlich ist, dass wir von professionellen Strukturen und einer konkurrenzfähigen starken Liga leider noch Meilensteine entfernt sind!

Ich bin immer ein kritischer Geist, kein Jasager und überzeugt davon, dass es gut und notwendig ist, die Dinge anzusprechen und das es manchmal wichtig ist, querzudenken, sich aus seiner Komfortzone zu begeben, um Dinge zum wachsen zu bringen, oder auch um Klarheit herzustellen.

WAS ES VIELLEICHT BRAUCHT …

… ist eine klare und ehrliche Aussage, welche Erwartungen und welchen Stellenwert der Frauenfußball intern im Verein einnehmen soll und auch kann, das heißt, sich als Verein kritisch und ehrlich die Frage zu stellen … wofür wollen wir mit unserem Angebot im Frauenfußball stehen und was ist dazu unser ehrlicher Anspruch und Stil?

Ich denke, was auch hier auf Dauer nicht funktionieren wird ist, mit auf das Minimum reduzierten wirtschaftlichen und strukturellen Mitteln professionelle Arbeit zu erwarten und zu verlangen.

Sollte es nach Corona und nach einem Kassasturz zu Maßnahmen kommen, die diesen Status und diese Stellung noch mehr einschränken und mindern, sehe ich kaum realistische Perspektiven, den Frauenfußball im Verein und in Österreich sinnhaft funktionstüchtig zu halten, oder gar auf das nächste Level zu führen.

Daher auch mein Appell an alle Vereinsverantwortlichen, Funktionäre, Sponsoren, Gönner und Freunde des Frauenfußballs … lassen wir diejenigen, die gegenwärtig bereits „übersehen“ und teilweise vernachlässigt werden nicht völlig im Stich und verleihen wir ihnen jenen Stellenwert und jene Wertschätzung, die sie verdienen … oder reden wir einfach tacheles, was möglich ist und was nicht!

By the way … etwas ganz wichtiges … all das hier Gesagte gilt natürlich auch für den ganzen Breiten- und Nachwuchsfußball …

Infos + Kontakt:

Klaus Kroboth – Persönlichkeitsentfaltung & Teamentwicklung – Be Unique

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