Inspiriert von diesem Zitat in einem Posting einer Spielerin, mit der ich in der Persönlichkeitsentwicklung im Fußball arbeite, möchte ich einige für mich wesentliche Dinge los werden.

Rückblick. Mit 23 Jahren brach eine Welt für mich zusammen, als ich registrierte, dass ich trotz Talent und viel Ehrgeiz doch nicht der erfolgreiche Profifußballer werde, von dem ich seit meiner Kindheit geträumt habe.

Heute mit 50 Jahren würde ich gegen nichts auf der Welt mein Leben eintauschen wollen.

NICHT ALLES ZERDENKEN …

Viele SportlerInnen mit denen ich arbeite, fokussieren sich seit vielen Jahren auf diese eine Sache, vieles oder sogar alles ihrer Leidenschaft, dem Fußball, oder einer anderen Sportart unterzuordnen. Im Fokus dabei, stets alles und ihr Bestes zu geben.

Dabei verlieren sie manchmal den Blick für andere Dinge um sich herum und auf sich selbst.

Mentalcoaching kann diese Haltung leider manchmal fördern. Begriffe wie Fokussierung, Visualisierung, oder dergleichen verleiten vielleicht dazu, plötzlich zu viel zu denken, Dinge zu „zerdenken“. Das hält dich dann davon ab, eine gewisse Lockerheit beizubehalten und deine Aktionen mit maximaler Qualität und Aufmerksamkeit auszuführen.

Thomas Sykora, ein ehemaliger Weltklasse-Skifahrer, hat mir in einem interessanten Gespräch einmal erzählt, dass es aus seiner Sicht notwendig ist, sich nur auf eine Sache zu konzentrieren und zu fokussieren, wenn du maximal erfolgreich darin werden willst. Damals war das sehr schlüssig für mich. Mittlerweile sehe ich das aber etwas differenzierter.

Zwar denke ich nach wie vor, dass es wichtig ist, die Sache und Leidenschaft, die einen antreibt mit 100% Einsatz und Willen zu betreiben. Vor allem in der Situation und in jeder Aktion voll im Hier und Jetzt und im Tun zu sein.

Gleichzeitig bin ich mittlerweile aber auch zutiefst davon überzeugt, dass der grundsätzliche und regelmäßige Blick über den Tellerrand des Fußballdaseins hinaus nicht hinderlich, sondern sogar förderlich sein kann.

Es geht aus meiner Sicht nämlich nicht darum, verbissen oder perfekt zu sein, sondern mit einer selbstverständlichen Lockerheit im Hier und Jetzt in den Flow zu kommen und den Augenblick zu genießen.

In der Selbstbewertung immer wieder all seine Facetten als Mensch zu betrachten und sich dessen bewusst zu sein, wer ich bin und wie ich sein will.

SEIN LEBEN BEWUSSTER GESTALTEN …

Was bedeutet es sein Leben bewusster zu gestalten?

Ist es schlecht und hinderlich, sich solchen Fragen zu stellen wie:

  • Wie geht‘s mir gerade?
  • Was tut mir gut?
  • Welche Menschen tun mir gut und welche nicht?
  • Für welche Überzeugungen stehe ich?
  • Was ist mir wichtig?
  • Wo liegen meine persönlichen Stärken und Fähigkeiten?
  • Usw.

Entscheide ich mich für einen solchen Prozess ist es wichtig, auch Phasen zuzulassen, in denen ich Selbstzweifel habe, ich mich frage, ob diese ganze „Denkerei“ nützlich ist, oder sie mich einfach davon abhält, die Dinge genießen zu können.

Meist entspringen diese Selbstzweifel aus jenen Dingen aus meiner Geschichte, mit denen ich (noch) keinen Frieden geschlossen habe. Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen die nicht gefördert wurden, Ziele, die ich nicht erreicht habe, oder umsetzen konnte, das Gefühl so viel investiert zu haben für sowenig Output, oder das Gefühl der Ungerechtigkeit, dass andere mit weit weniger Einsatz viel mehr „erreicht“ haben.

In diesen Momenten fühle ich mich vielleicht als gescheitert, nicht nur als SportlerIn, sondern auch als Mensch.

Wir alle verdienen es, das beste Leben zu leben.

Durch eine offene und ehrliche Auseinandersetzung mit mir und meinem Leben verändert sich manchmal der Blickwinkel, es geht dann vielleicht plötzlich nicht mehr nur um Titel, Punkte oder Tore, sondern um Erlebnisse, Erkenntnisse und Erfahrungen.

Vielleicht tut es dabei manchmal gut, keine Bilanzen zu ziehen und nicht mehr in „Soll“ oder „Haben“ zu teilen, sondern in gut gemacht, oder daraus gelernt, es beim nächsten Mal besser zu machen.

AUSSÖHNUNG … neue BLICKWINKEL + ZIELE

Ich kann jetzt mit meinen 50 Jahren, und dass vor allem durch die Auseinandersetzung mit mir selbst und die dadurch gewonnenen neuen Blickwinkel, gesetzten Aufgaben und Ziele (vor allem kurzfristig) zufrieden und gelassen zurückblicken.

Mein Weg war und ist es, bewusster durch’s Leben zu gehen und mich dabei weiter zu entfalten. ALLES an mir anzunehmen, das Schwache und das Starke. All das in Verbundenheit mit meiner Familie, den lieben Freunden um mich herum und all denen, die auf der gleichen Mission sind wie ich.

In meinem Job als Persönlichkeits- und Teamentwickler hab ich mich gefunden, dort gebe ich meine Erfahrungen weiter und versuche Tag für Tag im Sinne der Menschen, mit denen ich arbeite, MEIN Bestes zu geben.

„Born to be happy, not to be perfect. Als Mensch bin ich unantastbar!“

INFOS + KONTAKT:

Klaus Kroboth – Persönlichkeits & Teamentwicklung – Be Unique

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