Ich möchte euch eine kleine, aber sehr bezeichnende Geschichte erzählen …

Gestern fragte mich ein Bekannter, ob mich die Arbeit mit dem Frauenteam des FK Austria Wien denn zufriedenstellt, schließlich wären es „doch nur Frauen, mit denen ich arbeite“ … hmmmh?

Zunächst war ich etwas perplex und verwundert, konnte seine Aussage, vor allem, wie er es wohl tatsächlich gemeint hat, nicht richtig einordnen.

Ich fragte natürlich genauer nach und er meinte, er merke zwar wie sehr mir die Arbeit taugen würde, aber „ob ich denn nicht mehr wolle, wirklich mit Profis im Männerbereich zu arbeiten und eben nicht nur mit Frauen?“

Auf unsere weitere Diskussion möchte ich hier jetzt gar nicht detaillierter eingehen.

Was wirklich zählt

Wichtig war, dass mir dieses Gespräch nochmals klar die Augen geöffnet hat, worum es mir in meiner Aufgabe als Persönlichkeits – und Teamentwickler im Fußball letztendlich geht.

Das, was ich in der Arbeit mit den Ladies des FK Austria Wien seit Beginn des Jahres erlebe, ist diese unglaubliche Freude an der Zusammen-Arbeit.

Die Offenheit, Bereitschaft und Hingabe, die Leidenschaft, der Spaß und der Lernwille, der hier an den Tag gelegt wird, habe ich bislang nicht gekannt.

Wie sich hier jeden Tag und jede Woche alle auf den Fußball und die wichtigen Themen der Persönlichkeits- und Teamentwicklung 100% einlassen, jede Entwicklungs- und Verbesserungsmöglichkeit genutzt wird und mir jede Einzelne im Team und Betreuerteam das Gefühl an Wertschätzung und Wichtigkeit vermittelt.

Die Erkenntnis daraus ist, dass es nicht entscheidend ist, was man wo tut, sondern dass man diese Aufgabe mit voller Überzeugung und Leidenschaft tut, sich dabei ernsthaft für die Menschen interessiert, sich im Sinne der Menschen und für die Sache einlässt und dabei immer sein Bestes gibt.

Das ist es, worum es geht!

Romina Bell, FK Austria Ladies

Nicht um jeden Preis

Natürlich wäre es schön, im Profibereich tätig zu sein, dafür angemessen bezahlt zu werden und sich den ganzen Tag dieser Aufgabe widmen zu können.

Ich werde jedoch nicht mehr versuchen, diese Chance im Profibereich zu arbeiten, zu „erzwingen“, da ich da wo ich gerade bin richtig bin.

Ich weiß mittlerweile auch wie schnelllebig dieses Fußball-Geschäft ist und dass es darin die Langfristigkeit nicht gibt. Verträge sind oft nicht das Wert, was sie versprechen und vor allem ist eine kontinuierliche, langfristige Entwicklungsarbeit wenig bis gar nicht gefragt.

Ich sage zwar niemals nie. Aber sollte künftig tatsächlich ein Angebot am Tisch liegen, in diesem Bereich professionell arbeiten zu können, bin ich mittlerweile der Ansicht, dass ich das, was ich jetzt mache und erlebe, nicht um jeden Preis eintauschen würde.

Endlich mehr Anerkennung und Wertschätzung

Ich arbeite lieber von Herzen mit diesen Menschen und Fußballerinnen, bin möglicherweise ein Teil derer, die daran arbeiten, dem Frauenfußball mehr Wertschätzung und Anerkennung zukommen zu lassen und diesen Bereich Schritt für Schritt zu professionalisieren und auch dorthin zu bringen, wo er hingehört.

Gibt man dem Frauenfußball mehr Raum und Ressourcen, bin ich überzeugt, dass hier etwas Nachhaltiges und Großartiges entstehen kann, etwas, bei dem sich der Fußball wieder in jene Richtung (zurück) entwickelt, in der Leidenschaft, Spaß und Hingabe wieder mehr zählen als Millionen-Ablösesummen, Managerprovisionen, Profitgier oder ähnliche Werte, die den Fußball wie wir in lieben in den letzten Jahrzehnten zum großen Business und zur reinen Nebensache werden ließen.

Laura Krumböck, FK Austria Ladies

Infos + Kontakt:

Klaus Kroboth – Persönlichkeits & Teamentwicklung _ Be Unique

+43 664 125 64 42 / office@klaus-kroboth.com / http://www.klaus-kroboth.com