„WIE DU TUST IST WER DU BIST“ – deine Eigenschaften/Attribute machen den Unterschied!

In herausfordernden Situationen treten unsere Fähigkeiten sehr oft in den Hintergrund

Alles was neu und völlig ungewiss ist stresst uns.

Unsere erste „Aufgabe“ besteht dann darin, herauszufinden, wie wir uns in dieser neuen Situation zurechtfinden.

Ohne es überhaupt zu merken, beginnt jeder von uns, sich auf seine Anpassungsfähigkeit, Ausdauer, sein Denkvermögen oder seinen Mut zu verlassen. Das passiert jedes Mal, wenn wir in irgendeine Art von Unsicherheit und Ungewissheit geraten. Wir sind dann gezwungen, Zeit und Energie aufzuwenden, um herauszufinden, was wir nun tun.

Dies ist erforderlich, unabhängig davon, ob die Situation beabsichtigt ist (du entscheidest dich für eine Aufgabe oder einen Wendepunkt in deinem Leben, wie z.B. einen neuen Job auszuprobieren, den Verein zu wechseln oder in eine neue Gegend zu ziehen), oder ob sie dir auferlegt wird (eine Entlassung, eine Aufgabe, eine Verletzung oder eine globale Pandemie).

Unsere Fähigkeit, in diesen Zeiten oder Situationen durchzukommen und weiterhin „abzuliefern“ und optimale Leistungen zu erbringen, basiert auf unseren Eigenschaften/Attributen, die wir in diesen Momenten zeigen – nicht unbedingt auf unseren Fähigkeiten.

Attributes

Vertrauen basiert auf Eigenschaften/Attributen – nicht auf Fähigkeiten

Denk mal für einen Moment an jemanden in deinem Leben, dem du tief vertraust. Das kann ein Familienmitglied, eine Freund*in, eine Kolleg*in oder ein Chef sein. Stell dir folgende Frage, während du dir diese Person vorstellst: „Was hat sie getan, das mich dazu gebracht hat, ihr zu vertrauen?“.

Wenn Du einen Moment darüber nachdenkst, wirst du wahrscheinlich auf Antworten kommen wie:

Sie stand hinter mir, oder sie erlaubte mir, ein Risiko einzugehen, oder höchstwahrscheinlich war sie einfühlsam, verlässlich und hatte Integrität. Das sind alles Verhaltensweisen. Wir denken und beschreiben Vertrauen oft als ein Gefühl – aber ein Gefühl ist einfach eine menschliche Emotion.

Vertrauen ist etwas mehr. Es ist eine Überzeugung, und eine Überzeugung ist eine Emotion. Um irgendetwas zu glauben, müssen wir uns dazu entschließen.

Wir können niemanden dazu bringen, uns zu vertrauen. Alles, was wir tun können, ist, uns so zu verhalten, dass diese Person sich entscheidet, uns zu vertrauen.

Jede Person, jedes Team oder Unternehmen, die/das auch in schlechten Zeiten optimale Leistungen erbringen will, braucht eine Vertrauensbasis. Und fast alle Verhaltensweisen, die zu Vertrauen führen, sind Eigenschaften/Attribute.

Empathie, Loyalität oder Mut zum Beispiel, sind keine Fähigkeiten, die uns beigebracht und erlernt werden, es sind Attribute, die wir entwickeln.

Während viele der Fähigkeiten, die wir als Leistung definieren, gut gesehen, gemessen, getestet und bewertet werden können, sind Eigenschaften/Attribute, die Vertrauen schaffen, oft verborgen und sehr schwer zu erkennen.

Es ist schwierig, die Fähigkeit einer Person zu sehen, einzuschätzen und so Vertrauen aufzubauen – oder sich zu entscheiden, jemandem zu vertrauen, indem man sich einfach Daten, Statistiken ansieht oder einen Lebenslauf liest.

Vertrauen

Fähigkeiten können gelernt werden, aber Attribute müssen entwickelt werden. Und das ist schwierig.

Wenn mir jemand sagen würde: „Klaus, ich würde gerne lernen, wie man mit einem Fußball auf ein Ziel schießt und jedes Mal ins Schwarze trifft“, dann bin ich dabei. Ich würde diese Person zu einem Fußballplatz bringen und versuchen ihr innerhalb von ein paar Stunden genau das beizubringen. Schießen ist eine Fähigkeit und kann gelehrt werden, genau wie Tippen oder Autofahren.

Wenn dieselbe Person jedoch sagen würde: „Klaus, ich würde gerne lernen, geduldiger oder ausdauernder zu sein“, wäre ich zunächst mal ratlos. Geduld kann man nicht lehren. Ebenso können wir Attribute nicht auf die gleiche Weise lernen und entwickeln wie eine Fähigkeit/Fertigkeit.

Um eine Eigenschaft/Attribut zu entwickeln, braucht es Selbstmotivation (die Person muss es wollen), Selbststeuerung (die Person muss aufstehen und versuchen, es zu tun) und es erfordert die Bereitschaft dieser Person, sich bewusst in Umgebungen zu begeben, die sie herauskitzeln, dieses Attribut schrittweise zu entwickeln.

Wenn jemand zum Beispiel seine Geduld entwickeln möchte, muss er Umgebungen finden, die seine Geduld auf die Probe stellen. Er fährt zum Beispiel im dichten Verkehr, stellt sich in der längsten Schlange im Lebensmittelgeschäft an … oder er hat Kinder.

Das Fazit ist, beim Aufbau eines Teams ist es wichtiger, die Leute zu finden und auszuwählen, welche die benötigten Eigenschaften/Attribute für diesen Job mitbringen oder entwickeln wollen. Wichtig ist, dass die Person die für die Funktion und Aufgabe benötigten Attribute hat, die Fähigkeiten können sie ihr jederzeit beibringen.

Wahre Höchstleistung hängt von unseren Attributen ab

Was ist eigentlich „Hochleistung“?

Wir sind uns alle einig, dass Sportler auf dem Fußballplatz, der Musiker beim Konzert oder der Geschäftsmann, der die Verkaufspräsentation perfekt gemacht hat, allesamt gute Leistungen erbracht haben. Aber wahre Top-Performer werden nicht daran gemessen, wenn es gut läuft, sondern daran, wenn etwas nicht so gut läuft. Wenn sich zum Beispiel der Plan oder die Situation plötzlich ändert, denn dann verändert sich die Umgebung, alles beginnt sich plötzlich aufzulösen und du hast zu handeln. Wie Du darauf angemessen reagierst, danach beurteilen wir die besten Performer.

Die Fähigkeit, in diesen Situationen noch optimale Leistung zu bringen, hängt eben nicht nur von den gelernten Fähigkeiten ab.

Es ist sehr schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, eine bekannte und gelernte Fähigkeit auf eine unbekannte Situation anzuwenden. Hier stützen wir uns alleine auf unsere Attribute. Auf Dinge wie Anpassungsfähigkeit, Ausdauer, Motivation, Mut, Denkvermögen oder Geduld. Diese Eigenschaften bringen uns durch die Situation oder Herausforderung, wenn wir versuchen, in Ungewissheit, Herausforderung und Stress unsere „Leistung“ zu bringen. Um das hinzubekommen, unabhängig davon, was um mich herum gerade passiert, benötigt es meine Attribute, diese zeigen sich genau in solchen Momenten. Beobachte mal!

Potenzial verbirgt sich in Attributen – nicht in Fähigkeiten

Potenzial ist für die meisten von uns eine wichtige Sache. Wir sind immer bestrebt, unser Potenzial zu erforschen und zu entdecken. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass Potenziale immer in der Zukunft liegen.

Beim Potenzial geht es darum, was sein könnte, nicht um das, was ist. Um das Potenzial von uns selbst und anderen zu verstehen, müssen wir uns die Attribute ansehen. Fähigkeiten sagen uns nur, was ist, während Attribute uns sagen, was sein könnte.

Nehmen wir ein Beispiel. Es gibt immer wieder Typen, die Trainingsweltmeister sind aber sobald es in den Wettkampf geht, können sie nicht mehr mithalten. Diese Athleten hätten im Wettkampf die gleiche Anzahl an Fähigkeiten wie im Training. Warum aber versagen sie im Wettkampf? Weil sie eben nicht die nötigen Attribute haben, um im Wettkampf bestehen zu können. Es ist eine andere Challenge, ein höheres Tempo, schnellere Gegner, komplexere Situationen, mehr Zuseher, größerer Druck, etc.. Diese Umgebung erfordert einen etwas anderen Satz von Attributen.

Die Scouts, die ihn eventuell auswählten, sahen ihn vielleicht in einer Umgebung, die sowohl zu seinen Attributen als auch zu seinen Fähigkeiten passte – es waren nur die Fähigkeiten sichtbar.

Wann immer wir das Potenzial von uns oder anderen anhand von Fähigkeiten beurteilen, machen wir einen Fehler. Es ist ein bisschen so, als würde man die Leistung eines Autos danach beurteilen, wie es aussieht, im Vergleich dazu, wie es sich unter verschiedenen Straßenbedingungen verhält.

Fazit: Wenn wir die Leistung in uns selbst oder in unseren Teams messen, erzählen uns Fähigkeiten nur einen Teil der Geschichte – vielleicht nicht den wichtigsten Teil.

Infos + Kontakt:

Klaus Kroboth – Mentalcoach – Be Unique

+43 664 125 64 42 / office@klaus-kroboth.com

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