SPIELER*INNEN & TEAMS ENTWICKELN – ein Plädoyer für Persönlichkeits & Teamentwicklung im Fußball

Der meist gehörte Satz zu meiner Arbeit:

“Klaus, was machst du da eigentlich genau?

Persönlichkeits & Teamentwicklung im Fußball ist ein nach wie vor stiefmütterlich betrachtetes Thema im Fußball. Begriffe wie „Psychoguru“, „Deppenarzt“, oder „Mentalguru“ schwirren nach wie vor in den Köpfen vieler Fans, Journalisten, aber auch bei Vereinsfunktionär*innen, Spieler*innen und Trainer*innen umher. Das Thema löst Angst, Unsicherheit und nach wie vor vorsichtige Ablehnung aus.

Ich möchte mit diesem Beitrag (ich hoffe in verständlichen Worten) beschreiben, was für mich Persönlichkeits & Teamentwicklung im Fußball bedeuten kann und mit den vielen Vorurteilen und „falschen“ Bildern über die Möglichkeiten und dessen Wirksamkeit aufräumen.

Was bedeutet mentale Stärke?

... es ist die Fähigkeit, gut und lösungsorientiert mit herausfordernden und schwierigen Situationen umzugehen. Mentale Stärke im Sport erlaubt es einem, mit den Anforderungen besser als der Gegner umzugehen. Eine mental starke Sportler*in oder ein starkes Team ist in der Regel fokussierter, entschlossener, selbstbewusster und selbstsicherer und unter Druck gefasster und stabiler als seine Gegner*in.

Mein persönlicher Zugang dazu ist sehr eindeutig und klar!

Persönlichkeits & Teamentwicklung im Fußball ist ein wesentlicher Baustein für den sportlichen Erfolg von Trainer*innen Spieler*innen und letztendlich von Vereinen. Es ist ein wichtiger und positiver Katalysator für Teamprozesse und individuelle Entwicklungen.

Die entscheidenden Kerngebiete der Persönlichkeits & Teamentwicklung sind:

  • „Coach the Coach“ – Coaching und Begleitung des Trainerstabs
  • „Coach the Team“ – Initiieren, begleiten, Reflektieren und Moderieren von teaminternen Dynamiken und Prozessen, etc.
  • „Coach the Player“ – individuelle Angebote zur Persönlichkeitsentwicklung von Spieler*innen (Individualisierung im Teamsport)

Was kann Persönlichkeits & Teamentwicklung für die Beteiligten wirklich leisten?

Für Coaches & Trainer*innen kann es eine große Bereicherung und Unterstützung sein, Dynamiken und Prozesse, die in Teams zwangsläufig passieren, regelmäßig und gemeinsam zu reflektieren und daraus Maßnahmen und weitere Schritte im Leadership abzuleiten und zu setzen. Jede Aktion die ich als Trainer*in setze oder auch nicht setze hat eine Wirkung auf einzelne Spieler*innen und das Team!

In meiner Rolle bin ich Beobachter und Feedbackgeber für die Trainer*in und den ganzen Team-Staff. !Wichtig! … Die Trainer*in bleibt immer die ausführende und handelnde Person in der Umsetzung. Ich arbeite dabei vorwiegend als Unterstützung im Hintergrund.

Ein wesentlicher Aspekt dabei ist die Unterstützung der Trainer*in bei der Vorbereitung von Teamentwicklungsmaßnahmen z.B., zur Erarbeitung von Team-Regeln, der gemeinsamen Team-Ziele oder zur Vereinbarung einer gemeinsamen Strategie zur Umsetzung dieser Ziele.

Mögliche weitere Inhalte können z.B. ein regelmäßiges reflektieren sein, zum Beispiel über Sachen, die dir als Trainer*in im Kopf herumschwirren, z.B. wie kann ich gut mit der Mannschaft umgehen, wie komme ich vielleicht selbst rüber, welche Wirkung haben meine Verhaltensweisen als Trainer*in, wie dringe ich mit meinen Ideen in die Köpfe der Spieler*innen durch oder was sind vielleicht die Sachen, die die Spieler*innen beschäftigen. Oder nach Wunsch auch zum Thema Selbstmanagement, z.b., wie lerne ich gut mit Druck umzugehen oder klar und authentisch in meiner Kommunikation und meinen Aussagen zu sein, u.v.m.

In meiner Arbeit mit den Spieler*innen geht es um das ganze Spektrum der Persönlichkeitsentwicklung. SpielerInnen können hier auf Wunsch und natürlich freiwillig an mich herantreten. In manchen Fällen gehe ich auch aktiv auf Spieler*innen zu.

Dabei können verschiedene Themen besprochen werden, zum Beispiel Probleme und Situationen des Alltags, für die die Spieler*in aktuell keine Lösung weiß oder über die sie/er nicht mit jemandem im Verein/Team sprechen möchte, Schwierigkeiten mit Teammitgliedern/Trainern oder Vereinsfunktionären, die – trotz Bemühen – nicht beseitigt werden können. Oder um die Frage wie ich Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen aufbauen und entwickeln kann, was mich eigentlich antreibt und motiviert das alles hier zu tun oder meine weitere Karriere- und Zukunftsplanung, mein Umgang mit Druck und das Erlernen von Techniken zur Verbesserung meiner mentalen Stärke, z.B. noch fokussierter zu werden, etc.

Ein wesentlicher Aspekt dieses regelmäßigen persönlichen Austausches ist das Besprechen und Erarbeiten von Lösungen für diese persönlichen Situationen und Herausforderungen. Mich als Mensch/Person oder auf dem Weg zur ProfifußballerIn weiter zu entwicklen und zu verbessern. Es geht hierbei nicht um irgendwelche Wunderdinge oder großartige Tools und Werkzeuge, sondern um den für mich guten und passenden Umgang mit den Herausforderungen des alltäglichen (Fußball)-Lebens.

… „Es ist einfach toll, dass ich mit dir jemanden habe, mit dem ich wirklich über alles sprechen kann, der mir ernsthaft zuhört, mich ernst nimmt und einfach da ist für mich als Fußballer und Mensch. Daraus habe ich in den letzten Monaten sehr viel Neues und Tolles mitnehmen können und ich habe mich als Mensch weiter entwickelt“ (junger Fußballprofi, 2020, Deutschland)

Was kennzeichnet mich als Teamentwickler?

Grundsätzlich geht es natürlich wie in jedem Beruf oder Handwerk um eine fundierte und gute fachliche Ausbildung, um viel Hintergrundwissen zu den verschiedenen fußballspezifischen Themen. Es geht jedoch aus meiner Erfahrung nicht so sehr um eine spezielle Ausbildung und Richtung, aus der jemand kommt, ob Sportpsychologe oder Mentalcoach spielt dabei keine allzu große Rolle. Aus meiner Sicht sind es ein paar wesentliche persönliche Parameter, die den Unterschied ausmachen können. Zunächst halte ich es für gut und von Vorteil, dass ich in diesem Gebiet auch selbst viele praktische Erfahrungen (als Spieler*in, Trainer*in) sammeln konnte. Eine Erfahrung als Fußballer*in/Trainer*in, aber auch in der Leitung und Führung von Mitarbeiter*innen und Teams ist dabei kein Nachteil.

Ein weiterer ganz wichtiger Aspekt ist es, die Sprache der Fußballwelt, der Spieler*innen und Trainer*innen zu sprechen. Viel „fachgesimpel“, psychologisieren und kluge Fremdwörter sind hier fehl am Platz!

In jedem Fall braucht es Klarheit in der ausgeführten Rolle, eine reflektierte Persönlichkeit mit einem gewissen Maß an Lebenserfahrung und ganz viel Vertrauen. Jene Situationen vor denen Spieler*innen und Trainer*innen tagtäglich stehen, selbst schon erlebt und daraus wichtige (Lern)Erfahrungen mitgenommen zu haben, ist eine gute und die wohl wichtige Voraussetzung für diese Art der Tätigkeit.

FAZIT:

Ich denke, es sind kleine, aber sehr wichtige Inputs und Bausteine der Persönlichkeits & Teamentwicklung, die Großes bewirken können. Es ist ein wichtiger ergänzender Zusatz im großen Ganzen – nicht mehr und nicht weniger. Die Trainer*in managt den ganzen Teamprozess, die Expert*innen aus den Fachgebieten Athletik, Technik/Taktik, Sportwissenschaften, Physio, Reha, Medizin und eben Teampsychologie arbeiten ihr/ihm zu.

Mit sportlichen Grüßen

Klaus Kroboth – Persönlichkeits & Teamentwicklung – Be Unique

office@klaus-kroboth.com /+43 664 125 64 42

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